M. Dehli

2007 erschienen im Wallstein Verlag die Dissertationen zweier Historiker​ (Dehli 2007) und (Freimüller 2007), die man wie die zwei sich überschneidenden Teile eines Gesamtwerkes lesen kann - einer Biographie des Weizsäcker-Schülers Alexander Mitscherlich. Beide Autoren haben sich untereinander abgestimmt. Dehli legt seinen Schwerpunktt auf den früeren Zeitraum bis 1945, Freimüller eher auf den anschließenden von 1945 bis 1982. Da Mitscherlich nach seiner Freilassung aus der Gestapo-Haft bei Weizsäcker in Heidelberg eine Stelle erhielt und bei ihm promovierte, widmet auch Dehle mehrere Kapitel einer ausführlichen Darstellung der Haltung Weizsäckers in und zum Nationalsozialismus. Sie beweisen nicht nur eine genau Kenntnis der historischen Zusammenhänge, sondern auch eine umfangreiche, inhaltlich präzise Einarbeitung in die Texte Weizsäckers aus der damaligen Zeit. Mit der Darstellung Dehlis ist eine neue Stufe des öffentlichen Diskurses über Weizsäcker im Nationalsozialismus erreicht. Es ist klar erkennbar, dass er Weizsäcker weder "verteidigt", noch "verurteilt", sondern nüchtern als Historiker die Zusammenhänge schildert und die Textinhalte wiedergibt.

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